Krabben(Plattdeutsch Kraut)

 

 1624 sind erste Krabbenfänge nachgewiesen, jedoch bis zum Ende des 19. Jhs. nur für den Eigenbedarf. Der Krabbenfang wurde zunächst mit dem Schiebehamen per Hand durchgeführt; erst ab 1886 per Kutter.

1890 gibt es in Büsum 12 Kutter .
Ab 1900 werden die Kutter mit Motoren und Handwinden ausgerüstet .
1906 gibt es 55 Kutter und es wird ein Krabbenfischerverband gegründet
1911 entsteht eine Genossenschaft zur Vermarktung der Krabben, die 1918 in der neu gegründeten Fischereigesellschaft aufgeht.

 1940 werden einige Kutter als Nebelträger nach Frankreich eingezogen, bald darauf werden einige davon wieder entlassen, um die Ernährung der Bevölkerung zu sichern; das Fischen in dieser Zeit war eine gefährliche Angelegenheit: Es gab große Verluste durch Seeminen und Luftangriffe auf See unter den Besatzungen und ihren Booten.

1999 entsteht, in Büsum, zwischen Hafenbecken II und III eine Chitosananlage hier werden Krabbenschalen u. a. für medizinische Zwecke verarbeitet .

 

In Deutschland fischen heute noch rund 280 Kutter an Nord- und Ostsee nach Garnelen (davon 93 in Schleswig-Holstein, der Rest in Niedersachsen). Stationiert sind die Kutter an Nord- und Ostsee in kleinen Häfen (Kutterhäfen), die oft auch über einen Verarbeitungsbetrieb für den angelandeten Fang verfügen.

Der Umfang der Fänge betrug 2005 in der Nordsee etwa 38.000 Tonnen, was gegenüber früheren Jahren einen starken Anstieg bedeutete (1990er Jahre: etwa 10.000 Tonnen). Damit liegt die Garnelenfischerei in ihrer Bedeutung unter den Norseefischereien an dritter Stelle.

Verarbeitung

Nach dem Anlanden werden die Krabben zunächst von Zwischenhändlern aufgekauft, die die Garnelen maschinell nach der Größe sortieren. Bei diesem Verarbeitungsschritt werden die Tiere mit Kochsalz, Benzoesäure und Zitronensäure zum ersten Mal konserviert. Nur die größeren Tiere gelangen in den Handel. Kleine Tiere werden überwiegend bereits an Bord aussortiert. Ein nicht vermeidbarer (weil durch den Verarbeitungsprozess bedingter) Anteil kleinerer Garnelen wird nach der zweiten erfolgten Absiebung an Land für die Herstellung von Zahnpasta verwendet oder als Hühnerfutter verkauft.

In Deutschland gelangt ein Teil der Krabben ungeschält in die direkte Vermarktung vor Ort oder im küstennahen Umland (Bremen, Hamburg, Lübeck, Kiel). Der größte Teil wird an die Verarbeiter verkauft, die die Krabben zum größten Teil zeitnah per Luftfracht nach Nordafrika (Marokko und in andere Länder des Maghreb) transportiert. Dort werden die Tiere von Hand gepult. Die Arbeiter in diesen Ländern erhalten einen Bruchteil des Stundenlohnes eines europäischen Arbeitnehmers. Anschließend werden die gepulten Krabben reimportiert und entweder direkt vermarktet oder weiter verarbeitet. Von Fang bis zum Verkauf vergeht in der Regel eine Woche.

Quelle Wikipedia u.eigener Text

 

Die Krabbenfischerei ist eine der umsatzstärksten Fischereien in der Nordsee. Sie erwirtschaftet jedes Jahr 70 bis 90 Millionen Euro Umsatz. In der südlichen Nordsee und im Wattenmeer gehen rund 650 Kutter mit  Netzen auf Krabbenfang.

Der Krabbenfang findet fast das ganze Jahr über statt und nur kleine Gebiete innerhalb des geschützten Wattenmeeres sind von der Fischerei ausgenommen. Ein Versuch zur Regulierung ist eine 2003 in Kraft getretene „Verordnung zum Einsatz von selektivem Netzen in der Krabbenfischerei in der Nordsee“. Sie wurde aus Sorge um die ökologischen und ökonomischen Folgen des Beifanges von der Europäischen Kommission erlassen.

An beidseitig am Schiff angebrachten Auslegerarmen wird jeweils eine „Baumkurre“ geschleppt, flache Grundschleppnetze, deren Öffnung von einem stählernen „Kurrbaum“ von 4 bis 12 Metern Länge horizontal aufgespannt wird. An den Enden des Kurrbaumes sind Kufen („Schuhe“) angebracht, auf denen das Netz über den Boden geschleppt wird. Der obere Teil des Netzes wird am Kurrbaum angebracht und der untere Teil am Rollengeschirr, welches den Bodenkontakt des Netzes garantiert und die Bodenlebewesen aufscheucht.

Quelle:WWF